Jahresrückblick 2023: Begegnungen und Abschied

Frau sitzt am Schreibtisch

Jahresrückblick 2023: Begegnungen und Abschied

Es war ein bewegtes Jahr

In meinem Jahresrückblick 2023 gibt es viele Highlights. Es sind Begegnungen, die das Jahr zu einem besonderen machen. Ich wollte mit Worten berühren und wurde immer wieder selber berührt. Viele Menschen vertrauten mir ihre bewegenden Geschichten an, andere unterstützten mich als Trauerrednerin. Viele Freundinnen und Freunde feierten mit mir meinen 60. Geburtstag. Ich setzte wenig Ziele und schaue trotzdem auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

  • Ich wollte eine neue, ansprechende Website. Anfang Jahr suchte ich nach jemandem der sie für mich macht. In Bern fand ich die Firma weloveyou. Die Zusammenarbeit war sympathisch und ich wurde kompetent begleitet.
  • Ich wollte mit Worten berühren. Ein ungenaues Ziel das ich mir setzte anfangs 2023. Doch es gelang mir in vielen Trauerreden, einer Geburtstagsrede und in mehreren Lebensgeschichten, die ich aufzeichnete.
  • Ich wollte meinen 60. Geburtstag auf eine passende Weise feiern. Oh und wie das gelang. Meine Partnerin Christine organisierte eine wunderbare Reise nach Venedig. Dort feierten wir in aller Ruhe meinen Geburtstag mit feinem Essen in der Osteria alle Testiere. Die Momente mit ihr sind unvergesslich.

Mein Jahresrückblick 2023

Begegnungen

Der Friedhofgärtner steht vor der Kapelle. In der linken Hand hält er den gigantischen schwarzen Regenschirm in der rechten ist die Urne die mit einem feinen Netz umwickelt ist. Sein grosser Schirm schützt auch mich vor Regen und Schnee. Langsam gehen wir in Richtung Grab. Die Trauerfamilie folgt uns. Leise flüstern wir unter dem grossen Schirm. Während der kurzen Rede am Grab, achtet er darauf, dass keine Schneeflocken auf die Moderationskarten fallen. Darauf steht der Text für die letzte Reise und der irischen Segensspruch für die Angehörigen und Freunde der Verstorbenen.
Dies lehrt mich einmal mehr, wie wohltuend es ist wenn:

  • wir sorgsam miteinander umgehen.
  • wir anderen vertrauen können.
  • wir Mitmenschen die volle Aufmerksamkeit schenken.

Meine ersten Male

Meine erste dokumentierte Lebensgeschichte

Im Sommer fragte mich eine Bekannte ob ich nur Trauerreden oder auch Lebensgeschichten schreiben würde. Ihre 84-Jährige Mutter möchte vorbereitet sein für alle Fälle – das heisst, wenn sie sterben würde. Die Geschichten, die die quicklebendigen 84-Jährige erzählte, waren spannend. Ab und zu sagte sie lächelnd: “Aber gell, das muss dann da nicht aufgeschrieben sein.” Aus diesen Geschichten entstand ein kleines Heft mit einem Bild der Frau auf eine Schaukel. Am Ende sind viele leere Seiten im Heft, denn ihr Leben geht weiter.

Meine erste Geburtstagsrede für eine 60-Jährige Freundin

Im September 2023 hielt ich vor etwa 70 Personen zum ersten Mal eine Geburtstagsrede. Eine Freundin fragte mich im Sommer: “Du bist doch Trauerrednerin, würdest du auch eine Geburtstagsrede halten?” So wusste ich bereits, dass ich kein Geschenk suchen muss, sondern eine spannende Geburtstagsrede für sie halten würde.
Sie erzählte mir viel aus ihrem Leben und daraus gestaltete ich die 20-Minütige Rede. Alle lauschten gespannt, welche Geheimnisse gelüftet werden.

Jeden Tag zu etwas Besonderem machen

Kürzlich war ich mit Freunden essen. Die Gespräche drehten sich ums Älterwerden, die letzten oder die nächsten Ferien und vieles mehr.
Es war irgendwie nett, und wir lachten viel. Wir kennen uns seit langer Zeit und sind vertraut miteinander. Bei früheren Treffen waren die Gespräche aber irgendwie gehaltvoller; wir sprachen über Herausforderungen im Betrieb, die Begleitung der älter werdenden Eltern, die Krankheit des Partners und fanden immer wieder Lösungen für dies und das.
Doch diesmal blieben unsere Unterhaltungen eher auf der Oberfläche. Da ich kurz darauf ein Interview geplant hatte, warf ich die Frage in die Runde: “Was denkt ihr eigentlich übers Lebensende?” Eine Freundin erzählte, wie sie ihren kürzlich verstorbenen Vater vor medizinischen Eingriffen schützte, die er nicht wollte. Eine andere berichtete, wie sehr ihr der Partner, der vor Jahren starb, immer wieder fehlt.
Das Zusammensein mit Freunden, gemeinsames Lachen – auch über eigene
Missgeschicke – und die Tiefe in den Gesprächen machten diesen Tag für mich besonders.

Drei Ideen, um aus jedem Tag ein besonderer zu machen:

Beziehungen pflegen
Eine kurze Nachricht an eine Freundin oder einen Freund.
Ein Karte schreiben (siehe auch Blogartikel Dankeskarten schreiben).
Zum Kaffee trinken oder Essen verabreden.

Bei der Sache sein
Das Essen geniessen, ohne nebenbei Nachrichten auf dem Handy zu lesen.
Unter der Dusche das warme oder kalte Wasser fühlen.
Dem Gegenüber mit allen Sinnen zuhören.

Das Schöne sehen
Jeden Morgen oder Abend daran denken, was im Leben gut ist und wofür ich dankbar bin.
Seit ich dies jeden Morgen mit einer fünfminütigen, geführten Meditation tue, gehe ich anders zur Arbeit als vorher. Dies ist eine gute Art der Selbstfürsorge.

Abschied von einer treuen Begleiterin

Tapas, die Mischlingshündin war seit 2011 bei uns. Anfänglich war das Zusammenleben schwierig. Sie kam aus einem Tierheim aus Malaga und kannte das Leben hier nicht. Wir gewöhnten uns aneinander und liebten uns. Die Liebe war irgendwie bedingungslos. Ende August mussten wir sie gehen lassen. Sie war im Juni plötzlich schwer erkrankt. Zwölf Jahre waren wir gemeinsam unterwegs. Jetzt fehlt sie die grosse Fellnase.

Linedance – meine Leidenschaft

Die Liste der neu gelernten Tänze ist lang. 35 neue Choregraphien lernte ich bei Brige Vögeli, unserer Tanzlehrerin bei den Highnoon Linedancers. Im Winter trainieren wir einmal wöchentlich in einer Schule im Spiegel, im Sommer ab und zu auf dem Waisenhausplatz. In einer Gruppe zu tanzen macht einfach glücklich.
Zwei meiner liebsten Tänze sind:
Airs And Graces von Fiona Murray & Roy Hadisubroto
und
Around The Fire von Kate Sala, Chrystel Durand, Darren Bailey und Guillaume Richard


Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

  • Trauerkarten schreiben: Diese 8 Schritte wie eine passende Trauerkarte ausgewählt und geschrieben werden, kann ist ein Hilfe. Die Gedanken zur Vorbereitung und Textbeispiele sind hilfreich. Falls du im Creadiva Karten bestellst bekommst du Rabatt. Zum Blogartikel Trauerkarten schreiben.
  • Wenn Worte fehlen – stimmige Trostsprüche. Dieser Blogartikel regt zu sinnvollen Reaktionen an, wenn wir am liebsten nichts sagen würden.
    Frage stellen und zuhören – sind nur zwei Möglichkeiten, die im Blogartikel beschrieben sind. Zum Blogartikel Wenn Worte fehlen – stimmige Trostsprüche.
  • Jeden Tag zu etwas Besonderem machen. Dies rät Steffen Eychmüller im Interview. Als Chefarzt der Palliative Care begleitet er viele Menschen am Lebensende. Zum Blogartikel Jeden Tag zu etwas Besonderem machen.

Mein Jahr 2023 in Zahlen

  • Geburtstagsreden 1
  • Trauerfeiern 14
  • Lebensgeschichten 3 was das ist siehst du hier
  • Newsletter Follower 60
  • Veröffentlichte Blogartikel 6
  • Gewicht plus 2 Kilo
  • Gelaufene Kilometer 501.7
  • Zwei neue, gute Gewohnheiten

Was 2023 sonst noch los war

Lila Kerzen in Gläsern, die auf Kies- und Sandboden in einem Kreis hingestellt sind. Ein schönes Ritual.

Kerzenritual am Lago Maggiore

Kochkurs mit Freunden Bild: Rita Januer

Naturritual mit Wasserurne

Rosa Kinderstiefel an einem Grab aus roten Rosen.

Abschied von Opa – Naturritual mit Kindern

Trauerfeier auf dem Schosshaldenfriedhof

Fotosession mit Rita Jauner

Fotosession mit Remo Eisner

Hund Tapas steht auf einer Brücke

Gute Reise meine geliebte Tapas

Zwei Frauen vor dem Canale Grande in Venedig

Wunderschöne Tage in Venedig mit Chrige

Meine Ziele für 2024

Beruflich, in meinem Geschäft scheurer-abschiedsfeiern und Privat gibt es einiges, was mir im Jahr 2024 wichtig ist.

  • Monatlich einen Blogartikel. Es sollen hilfreiche, unterhaltende Blogartikel sein.
  • Die Ausbildung als Trauerbegleiterin abschliessen. Einen ersten Teil werde ich im Januar abschliessen.
  • Reden und Lebensgeschichten die berühren mindestens 12. Auch 2024 werde ich Reden schreiben und halten.
  • Wöchentlich einen Abend oder einen Tag für Partnerschaft und Freunde.
    Viel Zeit mit Menschen verbringen, die mir wichtig sind. 2023 kam dies oft zu kurz.
  • Meine Gesundheit – zweimal wöchentlich joggen.
    Die Bewegung draussen in der Natur tut mir sehr gut. Das will ich pflegen.
  • Als Bildungsverantwortliche 1-2 super E-Learnings und 1-2 Kursangebote entwickeln. In meiner Arbeit will ich nützliches schaffen und Kurse, die viele Menschen fachlich und persönlich weiterbringen.

Mein Motto für 2024: Viel Zeit für Wichtiges

Bilder: Remo Eisner (Titelbild), Rita Scheurer, Rita Jauner

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