Was ich gerade höre — und warum es sich lohnt

Was ich gerade höre — und warum es sich lohnt

Drei sehr verschiedene Bücher, die mich gerade begleiten. Eines über Führung, eines über Kreativität, eines zum Entspannen. Hier ein kurzer Einblick, was ich daraus mitnehme. Als bekennende Hörbuchliebhaberin sind es jeweils Bücher, die nicht nur gut geschrieben, sondern auch schön vorgelesen werden.

The Power of Mattering Zach Mercurio

Ich habe dieses Buch unterschätzt. Der Titel klingt nach einem weiteren Selbsthilfe-Ratgeber über Wertschätzung am Arbeitsplatz — und ja, darum geht es. Aber wie Mercurio das Thema aufbereitet, hat mich wirklich überrascht.
Der grösste Aha-Moment:
Es reicht nicht, jemandem zu sagen, dass er gut ist. Man muss zeigen, dass man ohne ihn nicht dasselbe erreicht hätte.

Was ich konkret mitgenommen habe:

  • Bemerke andere wirklich. Menschen mit Namen ansprechen, echten Augenkontakt halten — das ist das Fundament.
  • Lob muss präzise sein. Allgemeines «gute Arbeit» verpufft. Konkret benennen, was jemand getan hat und welchen Unterschied das gemacht hat.
  • Zeig, dass du jemanden brauchst. Sätze wie «Ohne dich wäre das nicht möglich gewesen» wirken stärker als jedes Bonusprogramm.
  • Bedeutsamkeit entsteht in kleinen Momenten — nicht in grossen Gesten oder


Ich hatte Mercurio in einem Interview gehört und er beeindruckte mich. Dann wollte ich sein Buch lesen und ich unterschätzte es. Der Titel klingt nach einem weiteren Selbsthilfe-Ratgeber über Wertschätzung am Arbeitsplatz — und ja, darum geht es. Aber wie Mercurio das Thema aufbereitet, hat mich wirklich überrascht.
Der grösste Aha-Moment: Es reicht nicht, jemandem zu sagen, dass er gut ist.
Man muss zeigen, dass man ohne ihn nicht dasselbe erreicht hätte.

Lose Your Mind von Josh Pais

Ja genau, manchmal muss man den Verstand verlieren und auf dem Bauch hören.
Dieses Buch ist provokativ — und das ist gut so. Pais, ein Schauspieler mit über 150 Film- und TV-Rollen, dreht die gesamte Logik der Selbsthilfewelt auf den Kopf: Nicht die Gedanken sind das Problem, sondern das Zuhören auf sie.

Nicht die Stimme in meinem Kopf hält mich zurück — sondern dass ich ihr so viel Macht gebe.
Was mich besonders beschäftigt:

  • Selbstsicherheit zu jagen hält einen fest. Echte Präsenz kommt nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch weniger.
  • Nervosität ist Energie, kein Feind. Wer weiss, wie man damit umgeht, kann sie als Treibstoff nutzen.
  • Jede Emotion ist Treibstoff. Zweifel, Angst, Anspannung — all das muss man nicht bekämpfen, sondern kanalisieren.
  • Spontaneität lässt sich trainieren. Das war für mich neu.
    Doch der Schauspieler Josh Pais muss es wissen.

Marschfeuer von Heike Denzau

Dieses Buch lese ich nicht, um etwas zu lernen — ich höre es, weil es Spass macht. Und genau das tut es. Ein Brandstifter, eine Leiche in einer abgebrannten Gartenhütte, eine schweigende Jugendclique und Kommissarin Lyn Harms, die gleichzeitig ihren Fall und ihr Privatleben managt.

Ich dachte mehrfach, den Täter zu kennen. Jedes Mal lag ich falsch — und war happy darüber.

Was das Hören so angenehm macht: Der Krimi läuft vor dem inneren Auge ab wie ein guter TV-Abend. Lyn Harms ist keine makellose Heldin — sie ist eine geschiedene Mutter, die mit Herzflattern für einen jüngeren Kollegen kämpft und trotzdem den Fall knackt. Denzau dosiert den Humor perfekt: genug, um nicht erschöpft zu werden, nicht so viel, dass die Spannung leidet.

Perfekt für die Mittagspause, den Spaziergang oder den Abwasch.

Alle Bücher sind auf www.audible.de zu finden.

Bild: Barbara Schärer https://bs-fotografie.ch/