Trauerfeier planen: So gestalten Sie einen persönlichen Abschied – Schritt für Schritt

Trauerfeier planen: So gestalten Sie einen persönlichen Abschied – Schritt für Schritt

«Wir möchten eine schöne Feier machen. Aber auch nicht übertreiben. Und es soll allen gefallen. Und natürlich auch dem Verstorbenen gerecht werden…»
Solche Sätze höre ich oft im ersten Gespräch mit den Angehörigen.
Die Wünsche sind verständlich – und manchmal auch widersprüchlich. Denn wer trauert, möchte es «richtig» machen. Vielleicht sogar perfekt. Doch gerade dann ist es gut, sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Eine persönliche Abschiedsfeier muss nicht aufwendig sein. Aber sie darf berühren. Und es darf erzählt werden – vom Leben, vom Menschen, von dem, was bleibt.

Was hätte sich die verstorbene Person gewünscht?

Manchmal gibt es klare Wünsche: zur Musik, zum Ort, vielleicht sogar zur Gästeliste. «Ich möchte keine traurige Feier.» Oder: «Bloss keine Kirche.»
Dann stellt sich die Frage: Lässt sich das umsetzen? Und passt es auch für die, die zurückbleiben?
Denn eine Abschiedsfeier ist immer auch für die Hinterbliebenen. Sie sollen sich darin wiederfinden. Sich würdig verabschieden können. Und nicht das Gefühl haben, dass etwas fehlt.
Ein Gespräch innerhalb der Familie hilft oft weiter. Was würde passen?

Musik, die verbindet

Musik ruft Erinnerungen wach. Sie kann Trost spenden oder den Menschen widerspiegeln, um den es geht. Manchmal ist es ein Lieblingslied. Manchmal ein Stück, das man gemeinsam gehört hat. Wichtig ist, dass eine Verbindung spürbar wird – zu dem Menschen und zwischen denen, die Abschied nehmen.
Beispiele aus meinem Fundus – gewünschte Lieder
Patent Ochsner Für immer uf di (leider mit Werbung)
Frank Sinatra My Way
Maroon 5 Memories
Dean Lewis How Do I Say Goodbye

Gemeinsames Singen Dona Nobis Pacem finde ich immer wunderschön.
Es ist wichtig, dass es bekannte Lieder sind und jemand gut den Ton angeben kann.

Der Ort – mehr als Kulisse

Nicht jede Feier muss in einer Kapelle stattfinden. Auch die Natur kann ein würdiger Ort sein. Eine Lichtung, ein Garten, ein Ort mit Bedeutung. Es darf ruhig unkonventionell sein – wenn es passt.
Eine Wasserurne kann an einem ruhigen, schönen Ort begleitet von Blütenblättern ins Wasser gelegt werden. Die Zeit, bis sich die Urne auflöst und die Asche ins Wasser gleitet, kann mit Geschichten oder einem Ritual oder Stille gefüllt werden.

Ein Mann zieht einen Wagen mit Blumen und einer Urne
Auf dem Friedhof
Ritual am Strand Kerzen und farbige Steine
In der Natur

Wer sagt etwas – und wie?

Trauerrednerin, Pfarrperson? Enkelkinder, Freundinnen, Nachbarn. Manche schreiben Briefe, die ich als Trauerrednerin vorlesen darf. Andere bringen einen Gegenstand mit, der Bezug zur verstorbenen Person hat. Oder eine Zeichnung, die mit ins Grab gelegt wird. Manchmal stimmt ein grösseres Kind ein Lied an. Still. Und berührend.
Das erlebte ich schon als der Enkel am Grab ein Lied anstimmte und alle mitsangen. Ein Gänsehautmoment.
Die Beiträge müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nur ehrlich sein. Dann werden sie bedeutungsvoll.

Wer soll dabei sein?

Auch das ist eine Frage, die oft schwerfällt. Nur der engste Kreis? Oder offen für alle Bekannten?
«Ich würde keine grosse Gesellschaft ertragen, mir wäre es total egal, ob sich manche ausgeschlossen fühlen.»
«Wir möchten, dass alle dabei sein können die unsere Mutter kannten. Sie sollen auch etwas beitragen können,» sagte mir ein Mann für dessen Mutter ich die Trauerfeier gestaltete.
Auch das ist wichtiger Teil des Abschieds. Und soll gut überlegt sein. Es gibt Trauernde, die kaum Kraft haben eine grosse Menge um sich zu wissen. Anderen wiederum gibt genau eine grosse Trauergemeinschaft Kraft.

Und: Wollen wir danach zusammensitzen? Etwas essen, Erinnerungen teilen oder schweigen?

Meine Empfehlung
Ein gemeinsames Zusammensein mit einem Glas Wein und einem Apéro ist für viele ein guter Moment. Es werden Erlebnisse und Geschichten ausgetauscht. Das Leben geht weiter und das Zusammensein bedeutet für viele im Trauerprozess nicht alleine zu sein.

Junge Menschen in Arbeitsuniform mit Leuchtwesten
Freunde und Arbeitskolleg:innen an der Trauerfeier

Der junge Mann war bei einem Unfall ums Leben gekommen. Das Bild darf mit freundlicher Genehmigung der Trauerfamilie und der Arbeitskolleg:innen veröffentlicht werden.

Was man besser vermeidet

Ein häufiger Fehler: Der Termin wird festgelegt – und erst danach wird gefragt, ob die gewünschte Rednerin dann Zeit hat. Ist sie dann bereits gebucht, wird es schwierig. Deshalb mein Rat: Erst mit der Trauerrednerin reden, dann gemeinsam planen.

Ein anderer Punkt: Die Abschiedsfeier wird überladen, weil alles umgesetzt werden soll. Jede Erinnerung, jede Musik, jede Idee. Man möchte es allen recht machen. Dabei ist oft weniger mehr, damit die Gäste Zeit zum Trauern haben.

Der erste Schritt

Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Als freie Trauerrednerin begleite ich Familien dabei, eine Feier zu gestalten, die stimmig ist. Die dem Leben und dem Abschied gerecht wird.

Im Gespräch finden wir heraus, was möglich ist – und was passt. Ich höre zu, stelle Fragen, sortiere mit Ihnen die Gedanken. Und gemeinsam entstehen Zeremonien, die nahbar sind, würdevoll und persönlich.

Nicht immer perfekt

Als Trauerrednerin können auch kleine Fehler passieren. So habe ich kürzlich von der Frau des Sohnes gesprochen, er sagte mir später, sie seine nicht verheiratet. Die Abschiedsfeiern sind jedoch immer sehr persönlich und stimmig.
Die zeigen diese Rückmeldungen.

Melden Sie sich bei mir

Ich nehme mir Zeit. Und begleite Sie Schritt für Schritt.

rita@scheurer-abschiedsfeiern.ch

Rita Scheurer

Ich bin Rita Scheurer, Trauerrednerin und Rednerin mit Kopf, Herz und Hand. Ich begleite Menschen in schönen und schweren Momenten dabei, Worte für das Unaussprechliche zu finden – mit einfühlsamen Abschiedsfeiern, Pensionierungsreden und persönlichen Lebensgeschichten. Mein Anliegen ist es, Erinnerungen lebendig zu halten und stimmige Feiern zu gestalten. Sei dies Willkommens-, Abschiedsfeiern oder freien Trauungen.
Möchten Sie Ihre persönlich Lebensgeschichte dokumentieren?
Dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Ich beantworte Ihre E-Mail auf jeden Fall.

Bilder
Portrait 1 Rita Scheurer: Remo Eisner
Portrait 2 Rita Scheurer: Janosch Abel